Elektroinstallation gehört zu den Gewerken, bei denen die Meisterpflicht am striktesten durchgesetzt wird, und das aus gutem Grund: Fehler an der Elektrik sind Brand- und Lebensgefahr, nicht nur ein optischer Mangel. Nur ein in der Handwerksrolle eingetragener Meisterbetrieb (Anlage A der Handwerksordnung) darf Elektroarbeiten in Häusern und Wohnungen ausführen.
Was die Rechnung wirklich bestimmt
Die Stundensätze schwanken zwischen 45 und 75 Euro, deutlich mehr entscheidet aber der Materialanteil: Schalter und Steckdosen sind günstig, ein neuer Zählerschrank oder eine komplette Unterverteilung schlagen mit mehreren Hundert bis über tausend Euro zu Buche. Bei Neuinstallationen im Rohbau kalkulieren Elektriker meist nach Anschlusspunkten, nicht nach Stunden.
Der E-Check
Der E-Check ist eine freiwillige, aber empfehlenswerte Sicherheitsprüfung der gesamten Elektroinstallation, oft zur Auflage von Versicherungen oder beim Immobilienkauf. Er kostet je nach Wohnungsgröße zwischen 100 und 250 Euro und deckt Mängel auf, bevor sie zum Brand werden.
Checkliste vor der Beauftragung
So läuft ein Auftrag ab
- 1
Erste Einschätzung per Foto
Für Kleinaufträge reicht meist ein Foto plus kurze Beschreibung, viele Betriebe geben darauf eine grobe Kostenspanne.
- 2
Vor-Ort-Termin für den Kostenvoranschlag
Bei Neuinstallationen oder größeren Umbauten ist ein Termin vor Ort Pflicht, damit Leitungswege und Anschlusspunkte real erfasst werden.
- 3
Meisterbetrieb-Eintrag prüfen
Frag nach der Handwerksrolle-Nummer oder prüfe über die Handwerkersuche der Kammer, ob der Betrieb wirklich als Elektro-Meisterbetrieb eingetragen ist.
- 4
Angebot mit Material- und Lohnkostentrennung einholen
Nur getrennte Posten erlauben dir später den Steuerbonus nach § 35a EStG in voller Höhe auf die Lohnkosten.
- 5
Abnahme mit Messprotokoll
Nach Fertigstellung gehört ein Prüfprotokoll (Isolationsmessung, RCD-Test) zur ordentlichen Abnahme, das ist zugleich der Startpunkt der Gewährleistungsfrist.
Rahmendaten
- Übliche Kosten
- 45–75 €/Std., Kleinauftrag oft 80–200 € pauschal
- Projektdauer
- Kleinauftrag 1–3 Std., Neuinstallation mehrere Tage
- Vorlaufzeit
- 1–4 Wochen, Notdienst meist sofort
- Online anfragbar
- Ja, Foto-Anfrage für Kleinaufträge üblich
- Zulassung
- Anlage A (zulassungspflichtig)
- Rechtsgrundlage
- BGB Werkvertragsrecht (§ 631 ff.), Anlage A Nr. 1 HwO, VDE-Normen
Elektriker in deiner Stadt
Für jede Stadt im Verzeichnis gibt es eine eigene Seite mit Betriebsdichte und dem Weg zur Handwerkskammer. Such deine Stadt oder wähle direkt:
Häufige Fragen
Darf ich kleine Elektroarbeiten selbst machen?
Einfache Handgriffe wie eine Lampe anschließen sind erlaubt, alles was den Zählerschrank, die Verteilung oder feste Installationen betrifft, gehört in die Hände eines eingetragenen Elektro-Meisterbetriebs, schon aus Versicherungsgründen.
Was kostet ein E-Check?
Für eine normale Wohnung meist 100 bis 250 Euro, je nach Anzahl der Steckdosen, Schalter und Verbraucher.
Wie schnell bekomme ich einen Termin bei einem Elektronotdienst?
Notdienste rücken in der Regel innerhalb weniger Stunden aus, das kostet aber einen deutlichen Aufschlag gegenüber dem regulären Stundensatz, oft das Doppelte oder mehr außerhalb der üblichen Arbeitszeiten.
Stand der redaktionellen Aufbereitung: 09/2026. Preisangaben sind bundesweite Richtwerte, kein Angebot und keine Zusicherung. Verbindlich ist ausschließlich das Angebot des beauftragten Betriebs.